Rentenantrag

Infos, Vorlage und mehr

Der Rentenantrag: So klappt es mit dem Ruhestand!

Kümmern Sie sich rechtzeitig um Ihren Rentenantrag! Die deutsche Rentenversicherung gibt für den Rentenantrag eine Bearbeitungszeit von drei Monaten an.


Wann muss der Rentenantrag gestellt werden?


Art der RenteFrist für den Rentenantrag
Altersrente 3 Monate nach Vorliegen der Voraussetzungen
Erwerbsminderungsrente 3 Monate nach Bescheinigung der Voraussetzungen
Erziehungsrente 3 Monate nach Vorliegen der Voraussetzungen
Hinterbliebenenrente (Witwe, Witwer oder Waise)12 Monate ab dem Todestag

Wollen Sie sich in den verdienten Ruhestand begeben, sollten Sie dies rechtzeitig planen und auch den Rentenantrag schon einmal bereitlegen: Die Deutsche Rentenversicherung rät, den Rentenantrag bereits drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn zu stellen.

Diese Frist gilt nicht nur für die Altersrente. Auch bei anderen Leistungen aus der eigenen Rentenversicherung, also bei der Erwerbsminderungsrente und bei der Erziehungsrente, gelten die drei Monate als Frist. Handelt es sich um eine Hinterbliebenenrente, also um Witwenrente, Witwerrente oder Waisenrente, muss die Antragstellung für den Rentenantrag innerhalb von 12 Kalendermonaten ab dem Todestag erfolgen. Dabei zählen die angegebenen Fristen ab dem Monat, in dem alle Voraussetzungen für den Rentenbezug vorliegen. Es gelten immer volle Kalendermonate. Sind die benötigten Beitragsjahre beispielsweise im Januar erfüllt, müssen Sie den Antrag also spätestens bis Ende April stellen, um rückwirkend an dem 01.01. Rentenzahlungen zu erhalten. Geht Ihr Rentenantrag erst im Mai ein, können Sie erst ab dem 01.05. Altersrente bzw. Erwerbsminderungsrente oder Erziehungsrente beziehen. Diese Rechnung ist analog auf die 12-Monatsfrist der Hinterbliebenenrenten anzuwenden.

Wie und wo kann man den Rentenantrag stellen?

Im Regelfall reichen Sie Ihren Rentenantrag bei der Deutschen Rentenversicherung ein. Allerdings gibt es auch andere Sozialleistungsträger, die zur Annahme des Rentenantrages berechtigt sind. Dazu zählen etwa die gesetzlichen Krankenkassen oder die Agentur für Arbeit. Für Sie ist das wichtig zu wissen, weil Ihr Rentenanspruch frühestens mit dem Eingang der ersten Anfrage entsteht. Durch die Digitalisierung gibt es mittlerweile mehr als eine Möglichkeit, den Rentenantrag zu stellen:

  • Unterlagen zuschicken lassen, ausfüllen, per Post zurücksenden
  • Unterlagen online herunterladen, postalisch zurücksenden
  • eAntrag (der Deutschen Rentenversicherung) stellen. Vorteil: Der Antrag passt sich dynamisch an Ihre Antworten an. Sind Sie z.B. kinderlos, wird der Antragsteil rund um Kinder und Erziehungszeiten automatisch aus Ihrem Antrag entfernt. So müssen Sie nur die Dinge ausfüllen, die für Sie wirklich relevant sind.
Herz, Tipps für Senioren

Wussten Sie,

dass Sie mittlerweile nicht nur einen eAntrag für Ihre Rente stellen können, sondern dass Sie viele Leistungen online abrufen können? Unter dem Stichwort Digitalisierung zeigen wir Ihnen, was alles möglich ist!

Voraussetzungen für die Altersrente

Die bekannteste Rentenleistung ist die Altersrente. Abhängig vom Geburtsjahr gibt es für die
Altersrente unterschiedliche Eintrittszeitpunkte:


5 Jahre

Das ist Ihre Mindestleistung an Rentenbeiträgen, die Sie geleistet geleistet haben müssen, um überhaupt einen Anspruch auf Rente zu erlangen.

67

Alle nach 1964 Geborenen haben zu diesem Geburtstag die Möglichkeit, abschlagsfrei Regelaltersrente zu beziehen.

65

Wer vor 1964 geboren wurde, kann in der Regel mit diesem Lebensjahr in Altersrente gehen.

45 Beitragsjahre

Mit dieser Leistung besitzen Sie vollen Anspruch auf Regelaltersrente. Für bis 1952 Geborene bedeutet das eine Rente ab dem 63. Lebensjahr. Für die Jahrgänge zwischen 1952 und 1963 steigt das Renteneintrittsalter etappenweise.


Welche Unterlagen muss man dem Rentenantrag beifügen?


Die Auszahlung ist eine Antragsleistung, das bedeutet, ohne Rentenantrag erhalten Sie keine
Leistungen. Dem Antrag müssen Sie unterschiedliche Unterlagen beifügen, damit die Rentenkasse
überprüfen kann, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind und welche Lebenszeiten für die Höhe der
Rentenzahlungen relevant sind. Je nachdem, welchen Rentenantrag Sie stellen, sind verschiedene
Nachweise möglich.


Allgemeine Unterlagen für den Rentenantrag

Diese Dinge brauchen Sie für jeden Rentenantrag:

  • Personalausweis oder Reisepass in Kopie
  • Nachweis über Ihre Kranken- und Pflegeversicherung (inkl. Rentenversicherungsnummer)
  • Steueridentifikationsnummer
  • Ihre Kontoverbindung, also IBAN und BIC
  • Angaben zu Versicherungszeiten (inkl. Ausbildungsverträge, Nachweise über Arbeitslosigkeit und längere Krankheit)
  • ggf. Geburtsurkunden Kinder
  • ggf. Schwerbehindertenausweis
  • ggf. Auskunft über die Höhe des Nebenerwerbs oder Altersteilzeitvertrag
  • für Beamte: das Festsetzungsblatt der Versorgungsstelle

Antrag auf Erwerbsminderungsrente

Wollen oder müssen Sie aufgrund schwerer Krankheit eine Erwerbsminderungsrente beziehen,
müssen Sie zusätzlich zu Ihrem Rentenantrag folgende Unterlagen einreichen:

  • Auflistung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen
  • Namen und Anschriften der behandelnden Ärzte und Ärztinnen
  • Angaben zu amts- oder betriebsärztlichen Untersuchungen durch Krankenkassen oder öffentliche Träger
  • Nachweise über Krankenhaus- und Rehabilitationsaufenthalte
  • eine chronologische Aufstellung der beruflichen Tätigkeiten

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Stichwort Vollmacht

Liegt eine Betreuungsverfügung oder eine andere Vollmacht vor, können Angehörige oder pflegende Personen den Rentenantrag bspw. für Demenzkranke stellen.


Nachweise für die Witwenrente/Witwerrente

Sind Sie verwitwet und wollen Hinterbliebenenrente beziehen, müssen Sie die folgenden Nachweise vorlegen:

  • die Sterbeurkunde Ihres Partners bzw. Ihrer Partnerin
  • die Heiratsurkunde
  • Angaben über die Einkünfte, die Sie erzielen
  • die letzte Rentenanpassung der verstorbenen Person
  • falls Sie Erziehungsrente beziehen wollen: ein Nachweis über die Auflösung der Beziehung

Nachweise für die Waisenrente oder Halbwaisenrente

Verwaiste Kinder von verstorbenen Personen müssen nachfolgende Dinge an den Rentenantrag anfügen:

  • Sterbeurkunde des verstorbenen Elternteils
  • die eigene Geburtsurkunde
  • Waisen über 18 Jahre: Nachweise über eine Ausbildung oder Freiwilligendienste
  • bei geleistetem Wehr- oder Zivildienst zugehörige Dienstbescheinigung
  • falls vorhanden, die eigene Rentenversicherungsnummer
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Das Sterbevierteljahr

Verwitwete Personen haben die Möglichkeit, bei der Deutschen Post AG das sogenannte Sterbevierteljahr zu beantragen. Hierfür müssen Sie lediglich die Sterbeurkunde des Partners / der Partnerin vorlegen. Das Sterbevierteljahr ist ein Vorschuss auf die Witwen- oder Witwerrente und beträgt etwa den dreifachen Betrag der Rente, die im Sterbemonat gezahlt wurde. Später wird das Sterbevierteljahr auf die Rentenansprüche angerechnet.

FAQ – Häufige Fragen zum Rentenantrag


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