Rentensplitting

Rentenpunkte. Splittingzeit. Altersvorsorge.

Das Rentensplitting

Wer sich liebt, möchte alles teilen – warum nicht auch die Rentenansprüche? Mit dem Rentensplitting besteht die Möglichkeit, die Aufteilung von Fürsorgearbeit und Lohnarbeit als gemeinsame Lebensleistung zu verstehen und auch im Alter so zu behandeln. Wer weniger gearbeitet hat, bekommt anteilig die Rentenansprüche des anderen zugesprochen – sodass am Ende beide etwas von ihrer Rente haben.

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Seit 2002 besteht für Ehepaare sowie eingetragene Lebenspartnerschaften die Möglichkeit, während der Ehe erworbene Rentenpunkte gleichwertig unter den Partnern zu verteilen. Das nennt man Rentensplitting. Dabei tritt derjenige, der mehr Rentenansprüche gesammelt hat, die Hälfte der Differenz an den Partner oder die Partnerin ab.

So funktioniert das Rentensplitting

Beim Rentensplitting werden die Rentenkonten der Partner betrachtet und die Rentenpunkte werden gleichwertig verteilt. Das bedeutet, dass derjenige, der während der Ehe mehr Rentenansprüche erworben hat, etwas von seinen Rentenansprüchen an den anderen Partner abtritt. Dabei gilt es, die Differenz zwischen den Rentenansprüchen so auszugleichen, dass am Ende beide Rentenkonten gleichwertig sind.

Hierfür tritt derjenige, der mehr Rentenpunkte innehält, Rentenansprüche in Höhe der Hälfte des Wertunterschiedes an den Begünstigten/die Begünstigte ab. Das vereinfachte Beispiel macht die Rechnung klarer.

Das Besondere ist, dass beim Rentensplitting nicht nur die erworbenen Rentenansprüche gleich verteilt werden, sondern auch die Anwartschaftszeiten. Hat Karl seine Anwartschaftszeiten erfüllt, erhält Heidi mit der Teilung ebenso Anwartschaftszeiten hinzu und bekommt damit unter Umständen die Möglichkeit, früher in Rente zu gehen.

Beispiel

Heidi und Karl erreichen beide das Rentenalter und entscheiden sich dafür, das Rentensplitting in Anspruch zu nehmen. Karl hat die gesamte Ehe über gearbeitet und hat einen Rentenanspruch in Höhe von 1.000 Euro erworben.

Heidi hingegen hat sich die meiste Zeit der Ehe um die Kinder gekümmert und den Haushalt am Laufen gehalten. Sie blieb dafür lang zuhause und arbeitet später nur in Teilzeit. Deshalb hat sie lediglich eine Rente in Höhe von 400 Euro.

Der Wertunterschied zwischen beiden Renten beträgt 600 Euro. Mit dem Rentensplitting entscheidet sich Karl nun, zugunsten von Heidi einige seiner Rentenansprüche an seine Frau abzutreten. Dabei gilt es, den Wertunterschied auszugleichen.

Karl überträgt also Heidi Rentenansprüche in Höhe von 300 Euro. Hieraus gewinnt Heidi 300 Euro hinzu und bekommt eine Rente von 700 Euro. Karl behält seinerseits einen Anspruch von 700 Euro übrig – beide Partner haben so ihre Rentenansprüche in gleicher Höhe verteilt.

Die Splittingzeit

Das Rentensplitting teilt nur die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche unter den Partnern auf. Vor der Ehe erworbene Rentenpunkte sowie Anwartschaftszeiten bleiben davon unberührt. Deshalb ist der Begriff der Splittingzeit besonders relevant.

Die Splittingzeit beginnt mit dem 1. des Monats, in dem geheiratet wurde. Sie endet mit Erreichen der Regelaltersgrenze durch den jüngeren Partner/die jüngere Partnerin. Arbeiten die Partner über die Regelaltersgrenze hinaus, endet die Splittingzeit mit Ablauf des letzten Monats vor Rentenbeginn.

Vorteile und Nachteile des Rentensplittings

Die Entscheidung für oder gegen das Rentensplitting will wohl überlegt sein.

Vorteile des RentensplittingsNachteile des Rentensplittings
Dem begünstigten Teil der Ehe entsteht kein rententechnischer Nachteil durch Kindererziehung.Die Entscheidung für das Rentensplitting ist verbindlich und kann nicht rückgängig gemacht werden.
Eine späte Scheidung hat keinen Einfluss auf die Rentenansprüche der/des Begünstigten, selbst wenn der Ex-Partner wieder heiratet.Verstirbt der/die Begünstigte zuerst, erhält der/die Überlebende die geschmälerte Rente.
Auch ein Todesfall nach der Scheidung würde die Rentenansprüche nicht schmälern.
Geschiedene Witwen/Witwer können aus dem Rentensplitting Anspruch auf Erziehungsrente erhalten.
Der/Die Begünstigte kann durch die geteilten Anwartschaftszeiten ggf. früher in Rente gehen

Das Rentensplitting beantragen

1. Antrag

Für das Rentensplitting ist kein eigener Antrag nötig.

2. Unterschrift

Beide Eheleute müssen unterschreiben.

3. Rentenversicherung

Auf dem Postweg oder per E-Mail Schreiben zur DRV.

Dann lohnt sich das Rentensplitting

Vor allem dann, wenn ein Ehepartner oder eine Ehepartnerin während der Ehe wesentlich weniger gearbeitet hat, lohnt sich das Rentensplitting. Wurden durch lange Erziehungszeiten wenig Rentenpunkte erworben und fällt die Rente bei einem Teil der Ehe wesentlich geringer aus, kann das Rentensplitting ein tolles Werkzeug sein, partnerschaftliche Gerechtigkeit herzustellen.

Doch auch, wenn der Partner verstirbt, kann es sich lohnen, nach dem Tod zum Rentensplitting zu greifen. Das lohnt sich vor allem dann, wenn der überlebende Teil der Ehe über ein hohes, eigenes Einkommen verfügt und deshalb die Witwen-/Witwerrente nicht ausgezahlt werden würde. Mit dem Rentensplitting sichert sich der/die Überlebende die finanziellen Vorteile für die eigene Altersrente.

Auch, falls der oder die Überlebende neu heiraten möchte, kann sich das Rentensplitting lohnen. Durch den erhöhten Rentenanspruch würden die Hinterbliebenen im Todesfall eine höhere Hinterbliebenenrente erhalten.


Voraussetzung für das Rentensplitting

Damit Paare das Rentensplitting in Anspruch nehmen können, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Sie haben nach dem 31.12.2001 geheiratet ODER
  • waren am 31.12.2001 schon verheiratet, aber beide Partner wurden nach dem 31.12.1961 geboren.
  • Beide haben mindestens 25 Jahre Rentenanwartschaftszeiten gesammelt. Hierzu zählen auch Kindererziehungszeiten sowie Ausbildungszeiten.
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Scheuen Sie sich nicht vor einer gesunden Portion Realismus. Das Rentensplitting lohnt sich für die begünstigte Partnerin/den begünstigten Partner nur dann, wenn der gemeinsame Lebensabend wirklich realistisch ist. Gerade, wenn ein Partner vorerkrankt ist, sollten Sie sich gut beraten lassen.

An die Frist denken!

Einen Haken hat das Rentensplitting – Paare können es

frühestens sechs Monate

vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch nehmen. Außerdem muss ein Anspruch auf Altersrente bestehen.

Bekommt nur einer von beiden die Altersrente, kann das Rentensplitting frühestens sechs Monate, bevor der jüngere Part die Regelaltersgrenze erreicht, genutzt werden.

Rentensplitting bei Scheidung: Auch bei einer Scheidung werden die Rentenansprüche gleichwertig unter den Partnern verteilt. Man spricht hier vom sogenannten Versorgungsausgleich. Das Vorgehen ist dasselbe wie beim Rentensplitting. Vorteil für die begünstigte Person: Beim Versorgungsausgleich muss nicht bis zur Rente gewartet werden, sondern die Rentenansprüche werden schon bei der Scheidung gleich verteilt.

Rentensplitting oder Witwenrente?

Was Paaren vorab bewusst sein sollte: Sie müssen zwischen dem Rentensplitting und der Witwenrente wählen. Wer sich einmal für das Rentensplitting entschieden hat, bekommt keinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente mehr.

Will der oder die Überlebende nach dem Todesfall wieder heiraten und lässt sich hierfür die Rentenabfindung auszahlen, entfällt auch das Rentensplitting.

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Treffen Sie keine vorschnellen Entscheidungen! Haben Sie sich einmal für das Rentensplitting entschieden, ist diese Wahl bindend. Verstirbt Ihr Partner oder Ihre Partnerin vor dem Erreichen des Rentenalters, haben Sie keinen Anspruch auf Witwenrente/Witwerrente.

Rentensplitting nach dem Tod des Partners

Verstirbt einer der beiden Partner, kann der oder die Überlebende nach dessen Tod eigenmächtig die Nutzung des Rentensplittings erklären. Die Erklärung, das Rentensplitting in Anspruch nehmen zu wollen, muss

spätestens innerhalb von 12 Monaten nach dem Todestag

erfolgen.

Dabei steht die Möglichkeit des Rentensplittings aber nur zur Verfügung, wenn das Splitting zu Lebzeiten noch nicht möglich war, weil die Regelaltersgrenze etwa noch nicht erreicht war. Verstirbt der Partner vor seinem 65. Lebensjahr, wird die Zeit zwischen dem Tod und der Regelaltersgrenze anteilig zu den Splittingzeiten hinzugerechnet.

FAQ Rentensplitting

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    Sebastian Starnberger

    Claudia Felbermayer

    Fachautorin für Alter und Pflege

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