Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Antrag. Voraussetzungen. Alternativen.

Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Um das Leben und die Pflege in den eigenen vier Wänden so barrierearm wie möglich zu gestalten, unterstützt die Pflegekasse sog. “wohnumfeldverbesserne Maßnahmen” mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 4.000 Euro pro Person und maximal 16.000 Euro pro Haushalt. Erfahren Sie, welche Voraussetzungen es gibt, um den Zuschuss zu erhalten und was genau als “wohnumfeldverbessernde Maßnahme” gilt.

Was sind wohnumfeldverbessernde Maßnahmen?

Die Pflegekasse unterstützt nur Umbauten / Renovierungen, wenn sie für die Pflege notwendig, eine konkrete Verbesserung der Pflegesituation hervorrufen oder die Eigenständigkeit des Antragstellers erhöhen. Konkret muss eine der folgenden Kriterien erfüllt sein. Die Voraussetzungen sind in § 40 Abs. 4 SGB XI geregelt. 

  1. Die Maßnahmen ermöglichen die häusliche Pflege.
  2. Die Maßnahmen erleichtern die häusliche Pflege.
  3. Die Maßnahmen ermöglichen eine selbstständigere Lebensführung. 

Voraussetzungen: Wer kann den Pflegekassenzuschuss beantragen?

Die Grundvoraussetzung für den Erhalt des Zuschusses ist ein zugeteilter Pflegegrad. Während Pflegesachleistungen und Pflegegeld erst ab Pflegegrad 2 gewährt werden, können Betroffene den Zuschuss für wohnumfeldverbesserne Maßnahmen bereits ab Pflegegrad 1 beantragen.

Antrag stellen: so geht’s

Der Antrag kann formlos (formloses Anschreiben mit dem Betreff “Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen”) bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Die Adresse ist mit der Anschrift der Krankenversicherung identisch.

Der Antrag sollte folgende Punkte enthalten: 

  • Begründung, wieso der Zuschuss beantragt wird
  • Konkrete Beschreibung des geplanten Umbaus
  • Kostenvoranschlag des Handwerksbetriebs
  • Kontaktdaten des Handwerksbetriebs
  • Name, Anschrift und Versichertennummer des Antragstellers

Noch kein Pflegegrad?

Falls Sie bzw. Ihr*e Angehörige*r noch keinen Pflegegrad zugeteilt bekommen hat, können Sie diesen formlos bei der Pflegeversicherung beantragen. Daraufhin wird die Versicherung ein Gutachen (Vor-Ort-Termin) anberaumen. Der Termin dient der Feststellung des individuellen Pflegebedarfs. 

Tipp: Antrag VOR Umbau stellen

Prinzipiell können Sie den Zuschuss auch nach einem erfolgten Umbau beantragen. In diesem Fall sind die Rechnungen und Belege dem Antrag beizufügen. Sicherer ist jedoch, den Antrag zu stellen, bevor ein Handwerksbetrieb beauftragt wird. Nur so können Sie sicher gehen, dass Sie den Zuschuss auch erhalten.

Außerdem kann die Höhe des Zuschusses schwanken, falls bereits in der Vergangenheit “Budget” aufgebraucht wurde. Grundsätzlich werden die (bis zu) 4.000 Euro pro Person EINMALIG gewährt. Der Zuschuss bezieht sich ferner auf sämtliche wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – nicht auf einzelne Umbauten wie beispielsweise den Treppenlift-Einbau.

Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: Antrag abgelehnt?

Gemäß § 35 Abs. 1 SGB X kann die Pflegekasse den Antrag ablehnen. Dazu ist ein Bescheid samt schlüssiger Begründung notwendig. Betroffene können gegen den Entscheid jedoch Widerspruch einlegen.

Eckpunkte: 

  • Der Zuschuss wird einmalig gewährt.
  • Der Pflegekassenzuschuss kann bei einem veränderten Pflegebedarf erneut beantragt werden. 
  • Pro Haushalt werden maximal 16.000 Euro bezuschusst. Das entspricht 4 Personen a‘ 4.000 Euro.

Fallbeispiel

Ein Ehepaar, bei dem beide Ehepartner einen Pflegegrad besitzen und zu Hause wohnen, benötigt einen Treppenlift. Außerdem sollen die Fliesen im Flur gegen einen rutschfesten Bodenbelag ausgetauscht werden. Um die Sturzgefahr weiter zu senken, ist ferner eine Sanierung des Badezimmers geplant. Hier soll vor allem die Dusche gegen ein begehbares, bodenebenes Modell ersetzt werden.

Gebrauchter Treppenlift vom Händler inkl. Einbau3.500 Euro
Austausch des Bodenbelags 1.500 Euro
Einbau bodenebene Dusche4.800 Euro
Gesamtkosten9.800 Euro
Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen8.000 Euro (4.000 Euro pro Person)
Eigenanteil1.800 Euro

Gut zu wissen: Umzug gilt als wohnumfeldverbessernde Maßnahme

Falls ein Umzug die Eigenständigkeit erhöht, die Pflege erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht, sind auch beim Wohnraumwechsel die Voraussetzungen erfüllt, um den Zuschuss der Pflegekasse zu erhalten. Dies ist beispielsweise bei einem Umzug in eine Erdgeschosswohnung der Fall.

Weitere Zuschüsse für altersgerechten Umbau / Umzug

Die staatliche Förderbank KfW unterstützt altersgerechten Umbau mit zinsgünstigen Krediten und direkten Fördermitteln. 

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    Sebastian Starnberger

    Claudia Felbermayer

    Fachautorin für Alter und Pflege

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    030 / 340 60 66 – 02

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