Pflegeberatung

Auskunft. Hilfe. Begleitung.

Pflegeberatung

Es gibt zahlreiche Hilfe-, Therapie- und Rehabilitationsangebote, sowohl für Pflege beanspruchende als auch verrichtende Personen. Kennen Sie das komplette Angebot? Ihre Pflegeberatungsstelle schon. 

Jetzt Beratung anfordern!

    Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und verstanden.

    Seniorenwelt Logo 250x250

    Was versteht man unter Pflegeberatung? 

    Alle Versicherten haben ein Recht auf Rat und Hilfe. Das gilt sowohl für gesetzlich als auch für privat Versicherte. Die Pflegekassen haben die Pflicht, Versicherte über passende bundesrechtlich und landesrechtlich vorgesehene Angebote zu informieren und darüber hinaus auch begleitend zur Seite zu stehen. Für Pflegegeldbezieher•innen wird das Recht zur Pflicht – und der Gang zur Pflegeberatung obligatorisch. Die Pflegeberatung ist in allen Fällen kostenlos.    

    Pfeil in orange

    Die Inhalte einer Pflegeberatung 

    Pflegeberatungsstellen sind mit allen öffentlichen Gesundheitseinrichtungen vernetzt und kennen das gesamte Leistungsportfolio der Kassen. Die Beratung selbst dient dazu, der Pflege beanspruchenden Person gesundheitsfördernde, präventive, rehabilitative und soziale Angebote zu unterbreiten. Pflegende Angehörige haben ebenfalls ein Recht auf professionelle Pflegeberatung, sofern eine Einverständniserklärung bzw. eine Gesundheitsvollmacht des•der Versicherten vorliegt. Eine Gesundheitsvollmacht Vorlage finden Sie im Menü Dokumente.

    Die Pflegeberatung vernetzt folgende Gesundheitsberufe und -bereiche:

    • Ärzt•innen
    • Spitäler
    • Pflegehäuser
    • Pflegedienste
    • Gesundheitsämter
    • Sozialämter
    • Seniorenservicebüros
    • Hospize / Hospizdienste
    • Nachbarschaftshilfe
    • Senior•Innenwohnhäuser
    • Betreutes Wohnen
    • Verbraucherzentralen

    Im Rahmen der Pflegeberatung wird ein Versorgungsplan erstellt. Auf Wunsch unterstützt die Beraterin oder der Berater auch bei der Umsetzung: Sie•er hilft beim Ausfüllen von Anträgen, bei der Suche nach einem freien Pflegeplatz oder einem Pflegedienst mit freien Kapazitäten.

    Pflegeberatung ist ein langfristiger Prozess: Der Versorgungsplan ändert sich gemeinsam mit dem Hilfebedarf der Person, der Pflege zuteil wird. Zwar ist die beratende Person verpflichtet, auch helfend tätig zu werden, trotzdem darf die Pflegeberatung nicht als dauerhafte Begleitung angesehen werden. Nach der Lösung des aktuellen Problems gilt der Fall als abgeschlossen. Verändert sich die Bedarfslage, wird ein neuer Fall in Form einer Wiederholungsberatung eröffnet.

    Wichtig / Achtung

    Pflegeberaterin oder Pflegeberater haben die Pflicht, sich nach einiger Zeit darüber zu informieren, ob die Unterstützung dem Hilfsbedarf gerecht wird.  

    Ziele

    • Wissen vermitteln
    • Unterstützung sicherstellen
    • Pflegesituation verbessern
    • Krisen bewältigen
    • Stärkung der Zusammenarbeit aller Beteiligten
    • Öffentliche Gesundheitsbereiche vernetzen
    • Entlastung versorgender Angehöriger
    • Abbau von Hürden zur Inanspruchnahme von Leistungen

    Hilfestellungen

    • Informationen weitergeben
    • Anträge ausfüllen
    • Pflegeplatz suchen
    • Pflegedienst suchen
    • Reha-Leistungen planen
    • Kontakte vermitteln (Ansprechpartner und Telefonnummern)
    • Hilfe bei der Inanspruchnahme von Leistungen
    • Koordination unterschiedlicher Leistungen

    Themen

    • Pflegekurse
    • Tages- und Nachtpflege
    • Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
    • Hilfsmittel
    • Renten- und Krankenversicherung
    • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
    • Pflegefreistellung
    • Pflegeunterstützungsgeld

    Background

    • Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz
    • Betreuungsrecht und Bundesversorgungsgesetz
    • Datenschutz
    • Pflegebegutachtung
    • Pflegeverträge
    • Gewalt in der Pflege
    • Kultursensible Pflege
    • Schlaganfall und Demenz

    Private Pflegeberatung

    Auch privat Versicherten steht eine Pflegeberatung zu. Sehr präsent ist hier die compass private pflegeberatung GmbH. Die Beratungslandschaft ist jedoch groß – es ist also nicht notwendig, sich auf einen einzigen Dienstleister zu beschränken. Auch andere Organisationen bieten unabhängige Pflegeberatung an. 

    So wie alles im Leben hat auch der Besuch einer pflegekassenunabhängigen Beratungsstelle Vor- und Nachteile. Einerseits kann man davon ausgehen, bei einer freien Pflegeberatung ein vielfältigeres Portfolio an Leistungen vorgeschlagen – und seine Fragen beantwortet – zu bekommen, andererseits muss einem aber auch immer bewusst sein, dass eine freie Pflegeberatungsstelle im Gegensatz zu einer öffentlichen Beratungsstelle darauf ausgerichtet ist, Gewinn zu erzielen. Hier arbeitet jedes Unternehmen anders. Einige unabhängige Organisationen gehen Kooperationen mit Dienstleistern aus den Bereichen Medizin, Therapie oder Pflege ein, was dazu führt, dass die Beratung nicht mehr vollkommen neutral ist. Andere arbeiten zwar tatsächlich vollkommen frei, veranschlagen dafür aber ein Honorar, dessen Höhe nicht von jedem bezahlt werden kann. 

    Seniorenwelt Logo 250x250

    Tipp der Redaktion: Sehr persönlich wird die Beratung zur Pflege durch unabhängige Freiberufler•innen und ehrenamtliche Einzelpersonen gestaltet.

    Qualitätskriterien: So erkennt man eine gute Pflegeberatung

    Laut ZQP, dem Zentrum für Qualität in der Pflege, soll die Beratung kurzfristig umsetzbar sein und von qualifiziertem Fachpersonal in freundlicher und respektvoller Art und Weise durchgeführt werden. Dem Pflege beansprechenden Menschen oder der•dem Angehörigen wird eine fixe Beratungsperson zur Seite gestellt, an die sie•er sich verbindlich wenden kann. Diese unterstützt aktiv dabei, passende Lösungen für die persönliche Situation zu finden, Leistungen zu planen und zu koordinieren und Zugang zu den passenden Hilfeangeboten zu erhalten. Ziel der Pflegeberatung ist jedoch stets die Unterstützung und Anleitung zur selbstständigen Bewältigung der persönlichen Herausforderungen.

    Die aktive Pflegebegleitung wird so lange fortgeführt, bis der Zugang zu allen Hilfeangeboten sichergestellt und diese als passende Lösung akzeptiert wurde. Alle Schritte der Pflegeberatung werden dokumentiert und sind auf Wunsch einsehbar. Der Datenschutz wird jedoch zu jeder Zeit gewährleistet, und persönliche Informationen vertraulich behandelt.

    Information

    Hier der genaue Wortlaut der Checkliste Qualität in der Pflegeberatung der ZQP.

     

    Wenn die Qualität der Pflegeberatung nicht den Erwartungen entspricht

    Der Zeit und Nerven schonende Weg ist es, einfach den Beratungsanbieter zu wechseln. Wer jedoch gesundheitsrechtliche Probleme mit seiner Pflegekasse hat, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung (UPD) wenden. Diese gemeinnützige Institution sieht sich in erster Linie als Einrichtung zur Beseitigung von Problemlagen und zur Verbesserung des Gesundheitssystems.

    Wichtig / Achtung

    Die Beratung der UPD richtet ihr Angebot an alle Ratsuchenden, ganz gleich, ob sie einer gesetzlichen, privaten oder keiner Krankenkasse angehören. 

    UPD Beratungstelefon: 0800 011 77 22
    Die Beratung kann auf Deutsch, Russisch, Türkisch und Arabisch erfolgen.

    Pflegeberater finden 

    Pflegestützpunkte in Zahlen: Die Top 3

    135 

    Rheinland-Pfalz

    85

    Nordrhein-Westfalen

    52

    Baden-Württemberg

    Quelle: IGES Studie zur Erfüllung der Koordinierungs- und Vernetzungsaufgaben  sowie der Qualitätssicherung in Pflegestützpunkten

    Im Jahr 2019 gab es lt. IGES bundesweit 452 Pflegestützpunkte (Quelle). Die meisten findet man im Bundesland Rheinland-Pfalz, die wenigsten in Bremen und Thüringen (jeweils 3 Einrichtungen). Sachsen und Sachsen-Anhalt haben keine Pflegestützpunkte. Diese beiden Bundesländer setzen auf vernetzte Pflegeberatung durch die Pflegekassen sowie auf die Zusammenarbeit mit anderen Beratungsstellen.

    Pfeil in orange

    Häusliche Beratungspflichtbesuche 

    Während die Pflegeberatung für alle Menschen mit Bezug von Pflegegeld und Sachleistungen ein kostenloses Zusatzangebot darstellt, wird diese für alle ab Pflegegrad 2, die lediglich Pflegegeld, aber keine Sachleistungen beziehen, zur Pflicht. Die verpflichtende Pflegeberatung wird zu Hause durchgeführt. Ziel der Beratungspflicht ist einerseits die Anpassung der Hilfeleistungen an den individuellen Bedarf, andererseits die Verhinderung von Pflege-Betrug. Bei Verweigerung der häuslichen Pflichtberatung werden die Bezüge gekürzt. Mehrmalige Verweigerung führt zum Verlust des Anspruchs auf Pflegegeld.

    01

    Pflegegrad 2 und 3

    1 x ½-jährlich      

    02

    Pflegegrad 4 und 5 

    1 x ¼-jährlich

    Wichtig / Achtung

    Nicht vergessen! Den Termin für die häusliche Pflichtberatung müssen Sie selbst vereinbaren!

    Digitale Pflegeberatung

    Seit der Coronapandemie hat sich die Aufmerksamkeit der Deutschen zu einem großen Teil von analog zu digital verschoben. Corona sorgte für einen Entwicklungsschub im Bereich der Digitalisierung. Heute sind so gut wie alle online. Jeder noch so kleine Einzelhändler ist in irgendeiner Art und Weise im Netz präsent. Und jeder noch so technologiescheue Senior hat gelernt, seine Abneigung abzulegen. Gut so – denn seitdem ist es noch einfacher geworden, Pflegeberatung in Anspruch zu nehmen.

    94 % 

    Anteil der Onliner in Deutschland gesamt

    93 %

    Anteil der 60- bis 69-jährigen Onliner in Deutschland 

    75 %

    Anteil der 70-jährigen Onliner in Deutschland[cf1] 

    Quelle: Statista

    Seniorenwelt Logo 250x250

    Tipp: Versuchen Sie doch einmal den „Familiencoach Pflege“ der AOK!

    FAQ Pflegeberatung

    Magazin

    Das könnte Sie auch interessieren:

    Beratung vor Ort anfordern!

      Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und verstanden.

      Sebastian Starnberger

      Claudia Felbermayer

      Fachautorin für Alter und Pflege

      Der Inhalt auf dieser Seite wurde fachlich geprüft. Sollten Sie Fragen zu unseren Quellen haben oder noch nicht aktualisierte Daten (z. B. wegen aktueller Änderungen von Gesetzen / Vorschriften) entdecken, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail. Wir sind bemüht, den Inhalt auf unseren Seiten stets aktuell zu halten und auf Basis neuer Entwicklungen zu erweitern.

      Fragen zu den Leistungen der Pflegekasse?

      Das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums ist die offizielle Auskunftsstelle bei Fragen zu Angeboten / Leistungen der Pflegeversicherungen und Krankenkassen in Deutschland.

      Fragen zur Pflegeversicherung: 

      030 / 340 60 66 – 02

      Fragen zur Krankenversicherung: 

      030 / 340 60 66 – 01