Pflegeformen

Pflege. Versorgung. Finanzierung.

Pflegeformen

Wenn es nicht mehr möglich ist, sich selbstständig um den Einkauf, den Haushalt oder die Körperpflege zu kümmern, kann man diese Aufgaben an eine Pflegekraft übertragen. Dabei bestimmen die auszuführenden Aufgaben die Wahl der Pflegeform. Welche Form der Pflege welche Leistungen einschließt, ist im Sozialgesetzbuch (SGB) genauestens geregelt. Machen Sie sich hier mit den unterschiedlichen Pflegeformen vertraut.

Vier Pflege- und vier Leistungsformen

Das Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) – Gesetzliche Krankenkassenversicherung umfasst alle Regelungen zur gesetzlichen Krankenversicherung (zu der auch die Pflegeversicherung zählt). Hier haben alle wichtigen Begrifflichkeiten aus diesem Themenkreis ihren Ursprung.

Grundsätzlich lassen sich insgesamt vier Leistungs- und vier Pflegeformen unterscheiden. Die Pflegeformen unterteilen sich in weitere Pflegearten.

Die vier Pflegeformen

Die ambulante Pflege

Diese Leistungen können in der ambulanten Pflege erbracht werden: Grundpflege, Behandlungspflege, Palliativpflege (Intensivpflege)

Der ambulante Pflegedienst unterstützt alte und kranke Menschen dabei, ihren Alltag zu Hause zu bewältigen.

Während die häusliche Pflege jene Form der Pflege ist, die sich alte Menschen am häufigsten wünschen, ist sie jedoch nicht immer und in jedem Fall realisierbar. Oft entscheiden die Räumlichkeiten über die Machbarkeit mit. Barrierefreiheit spielt hier eine entscheidende Rolle. Gut für alle, die rechtzeitig einen Umbau realisiert haben.

Die teilstationäre Pflege

Diese Leistungen können in der ambulanten Pflege erbracht werden: Grundpflege, Behandlungspflege, Palliativpflege (Intensivpflege)

Bei der teilstationären Pflege begibt sich die oder der Pflegebedürftige zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten in eine Pflegeeinrichtung.

Der Großteil der Pflegebedürftigen sieht die teilstationäre Pflege als positive Ergänzung zur Pflege zu Hause an. Als Vorteil sehen sie dabei die Möglichkeit der gemeinschaftlichen Nutzung von Freizeitangeboten. Der Austausch mit anderen Menschen in einer ähnlichen Lebenssituation steigert das Wohlbefinden.


Die vollstationäre Pflege

Diese Leistungen können in der vollstationären Pflege erbracht werden: Grundpflege, Behandlungspflege, Palliativpflege (Intensivpflege)

Die vollstationäre Pflege ist die einzige Pflegeform, die eine kontinuierliche Betreuung rund um die Uhr gewährleistet. In der Regel zieht man diese Pflegeform immer dann in Betracht, wenn eine Betreuung zu Hause aufgrund des Schweregrads der Erkrankung nicht mehr möglich ist.


Sonderpflegeformen

Diese Leistungen können von den Sonderpflegeformen erbracht werden: Grundpflege, Behandlungspflege, Palliativpflege

Zu den Sonderpflegeformen gehören die Senioren WG, das betreute Wohnen sowie die Palliativ- und Hospizpflege. Die Palliativ- und Hospizpflege betreut und begleitet Sterbende und deren Angehörige.


Die vier Leistungsformen

Die Grundpflege

Mit dem Begriff Grundpflege beschreibt die Sozialgesetzgebung regelmäßig wiederkehrende Pflegeleistungen für pflegebedürftige Menschen.

Die wichtigsten Leistungsbereiche der Grundpflege sind die Unterstützung bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität. Auch die Durchführung hauswirtschaftlicher Tätigkeiten gehört dazu. Die Grundpflege wird bei jeder Pflegeform gewährleistet.

Die Pflegedienste unterscheiden zwischen großer und kleiner Grundpflege, wobei die große Grundpflege mehr Leistungs-Teilbereiche enthält. Möchte man diesen Leistungsbereich von der Pflegekasse finanziert wissen, benötigt man eine entsprechende Verordnung durch den Arzt.

Die Behandlungspflege

Unter der Behandlungspflege versteht man medizinische Tätigkeiten, die im Rahmen der Alten- und Krankenpflege auf ärztliche Anordnung von Pflegefachpersonal ausgeführt werden.

Zur Behandlungspflege gehören Leistungsbereiche wie Blutdruck messen, die Verabreichung von Injektionen, die Wundversorgung oder die Medikamentengabe.

Die Krankenkassen genehmigen die Behandlungspflege zur Sicherstellung der Erstversorgung für 14 Tage und zur Krankenhausverhinderungspflege für bis zu vier Wochen. Als Sicherungspflege ist die Behandlungspflege auch für einen längeren Zeitraum zulässig. Die Behandlungspflege kann bei jeder Pflegeform geleistet werden.

Die 24-Stunden-Pflege

Von der Grund- und Behandlungspflege über alle anfallenden hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wird der oder dem Pflegebedürftigen bei der 24-Stunden-Pflege die gesamte Arbeitslast abgenommen.

Diese Leistungsform kann nicht nur in Pflegeeinrichtungen, sondern auch in der häuslichen Pflege erbracht werden. Zu diesem Zweck wohnt eine Pflegekraft im gemeinsamen Haushalt und betreut die pflegebedürftige Person rund um die Uhr.

Da die Finanzierung einer „Betreuung in häuslicher Gemeinschaft“ (BihG) nicht für jede Familie leistbar ist, greifen viele Angehörige auf Pflegekräfte aus dem Osten zurück. Die ausgebildeten Pflegekräfte aus Polen oder Rumänien sind um ein Vielfaches günstiger und leisten dieselbe qualitative Arbeit wie Pflegekräfte aus Deutschland. Während man für eine Pflegekraft aus Deutschland mit monatlichen Kosten von rund 5.000 Euro rechnen muss, zahlt man für sie oft um die Hälfte weniger. Die Kosten reduzieren sich je nach bewilligten Pflegegrad noch einmal deutlich.

Die Pflegekraft aus Polen kommt in einigen Fällen sogar günstiger als die Unterbringung im Pflegeheim.

Die Palliativpflege / Die Intensivpflege

Die Palliativ- und Hospizpflege ist ein Versorgungskonzept für sterbenskranke Menschen. Hier kümmern sich speziell geschulte PflegerInnen um Menschen am Ende ihres Lebens darum, dass sie diese letzte Lebensphase würdevoll und schmerzfrei erleben können. Die Palliativversorgung ist dank flexibler Einrichtungen sowohl stationär als auch ambulant möglich.

Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und spezielle Hospizdienste bieten eine palliativmedizinische Versorgung an. Die Kosten des Aufenthalts in einer Palliativstation im Krankenhaus trägt die Krankenkasse.
Ebenso liegt die Finanzierung der ambulanten palliativmedizinischen Versorgung durch HausärztInnen, niedergelassenen PalliativmedizinerInnen und Schmerztherapeuten in der Hand der Krankenkassen.

Individuelle Beratung zum Thema erhalten Sie beim deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V.

Nach § 37b SGB V haben alle Versicherten mit einer „nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei begrenzter Lebenserwartung das Recht auf eine angemessene Palliativversorgung“.

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Übrigens: So unangenehm es auch sein mag – auch die letzte Lebensphase gehört geplant. Dazu gehört auch das Aufsetzen einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung.

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    Sebastian Starnberger

    Claudia Felbermayer

    Fachautorin für Alter und Pflege

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    Das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums ist die offizielle Auskunftsstelle bei Fragen zu Angeboten / Leistungen der Pflegeversicherungen und Krankenkassen in Deutschland.

    Fragen zur Pflegeversicherung: 

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