Stationäre Pflege

Ansprüche. Finanzierung. Institutionen.

Stationäre Pflege

Der Gedanke an ein Leben im Pflegeheim löst Emotionen aus. Die meisten alten Menschen empfinden es heutzutage jedoch als positiv, ihren Lebensabend in Gemeinschaft zu verbringen. Für diese bejahende Einstellung verantwortlich ist nicht zuletzt die kontinuierlich steigende Qualität der öffentlichen Pflegeheime. Erfahren Sie hier, was Sie von einer guten stationären Pflege erwarten können und was die stationäre Pflege kostet.

 

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    Was bedeutet „Stationäre Pflege“?

    Unter dem Begriff der stationären (oder vollstationären) Pflege versteht man die ganztägige Unterstützung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen in Alten- oder Pflegeheimen. Als betreute Unterkunft kommen dabei öffentliche oder private Pflegeeinrichtungen infrage. Das Gegenteil der stationären Pflege ist die ambulante Pflege.

    Der Anteil der Pflegebedürftigen in stationärer Pflege liegt im Durchschnitt bei rund 20 Prozent.

    Stationäre Versorgung 2019

    19,8 %*

    Ambulante Versorgung 2019

    80,2 %*

    Der Großteil der alten Menschen (rund 80 Prozent) wird zu Hause gepflegt bzw. ambulant versorgt.  

    *Quelle: Destatis

    Leistungen und Angebote von Pflegeheimen

    Während Leistungen wie etwa die Grundpflege oder die Behandlungspflege in jeder Pflegeeinrichtung im gleichen Maße erbracht werden, gibt es erhebliche Unterschiede, was die Angebote und Leistungsbereiche der einzelnen Alten- und Pflegeheime betrifft. Diese spiegeln sich vor allen Dingen in der Größe und Ausstattung der Zimmer sowie in den Freizeit- und Zusatzangeboten wider. Für Menschen, die planen, ins Pflegeheim zu ziehen, ist es daher essenziell, zu wissen, was in welcher Einrichtung erlaubt bzw. ermöglicht wird. 

    Zimmergröße – So groß muss Ihr Zimmer im Pflegeheim sein

    Laut der Verordnung über bauliche Mindestanforderungen für Altenheime, Altenwohnheime und Pflegeheime (HeimMindBauV) muss ein Zimmer für eine Person zumindest einen Wohnschlafraum mit einer Wohnfläche von 12 m2 aufweisen. Jedes Zimmer muss mit mindestens einem Waschtisch mit Kalt- und Warmwasseranschluss ausgestattet sein. Eine Mehrfachbelegung ist zulässig, sofern die Zimmer eine ausreichende Fläche aufweisen. Mehr als vier pflegebedürftige Personen dürfen nicht in einem Zimmer untergebracht werden. Für Altenwohnheime gelten andere gesetzliche Vorgaben als für Altenpflegeheime.

    Altenwohnheim, Altenheim, Altenpflegeheim: Was ist der Unterschied?

    Fachsprachlich unterscheidet man zwischen drei Heimtypen. Drei Begriffe, die den Grad der Pflegebedürftigkeit abgrenzen. Unter „Altenwohnheim“ versteht man in diesem Zusammenhang eine Einrichtung für Betreutes Wohnen mit keinem bis geringem Pflegeaufwand. Unter „Altenheim“ versteht man eine Pflegeeinrichtung für Menschen mit geringer bis mäßiger Pflegebedürftigkeit. Nur der Begriff des Altenpflegeheims steht für eine Einrichtung, in der eine vollstationäre Versorgung angeboten wird.

    Gesetzliche Vorgaben zur Zimmergröße in Altenheimen

    12 m2*

    Ein-Bett-Zimmer

    18 m2*

    Zwei-Bett-Zimmer

    24 m2*

    Drei-Bett-Zimmer

    30 m2*

    Vier-Bett-Zimmer

    * Diese baulichen Mindestvoraussetzungen gelten lediglich in Bundesländern, welche die HeimMindBauV anwenden.

    Diese Räumlichkeiten müssen in jedem Pflegeheim vorhanden sein 

    Die Heimmindestbauverordnung legt noch weitere bauliche Mindestvoraussetzungen im Pflegeheim fest. Dazu zählt beispielsweise die Pflicht, zumindest einen Gemeinschaftsraum mit einer Mindestfläche von 20 m2 und genügend Kochmöglichkeiten für die Bewohner anzubieten. Der Gemeinschaftsraum muss zudem auch als Therapieraum zur Bewegungstherapie oder zur Gymnastik nutzbar sein. Noch besser ist es jedoch, wenn das Haus neben dem Gemeinschaftsraum einen eigenen Therapieraum anbieten kann. Pflegeeinrichtungen mit Mehrbettzimmern müssen ihren Bewohnern die Möglichkeit bieten, zumindest einige Tage oder Wochen in einem Einzelzimmer verbringen zu können.

    Individuelle Angebote unterschiedlicher Pflegeeinrichtungen

    Für viele Altenheime gehört eine Gartenanlage, die zum Spazieren oder Verweilen genutzt werden kann, zum Standard. Aber längst nicht jedes Pflegeheim verfügt über einen Außenbereich. So, wie auch nicht jedes Haus über einen eigenen Fitnessraum, eine Dachterrasse oder eine eigene Kegelbahn verfügt. Noch seltener anzutreffen: Die Möglichkeit, eine Waschmaschine selbstständig zu nutzen. Die Reinigung der Wäsche wird in den meisten Fällen von einem Wäscheservice übernommen. Neben einem Gemeinschaftsraum oder einem Wintergarten, in dem sich die BewohnerInnen unterhalten, jahreszeitliche Feste feiern oder Gemeinschaftsspiele spielen, bieten manche Einrichtungen noch einen abgedunkelten Kinosaal oder TV-Raum an, dem sich die Cineasten zum gemeinsamen Filmevent verabreden können. 

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    Übrigens: Wussten Sie, dass es Pflegeeinrichtungen gibt, die Haustiere erlauben? Perfekt für alle, die sich nicht von ihrem geliebten Vierbeiner trennen möchten. Buddy, Mieze oder Tweety kommen einfach mit!

    Weitere Angebote des Hauses können sein:

    • Gottesdienste im Haus
    • Friseursalon im Haus
    • Ergotherapie im Haus
    • Fußpflege im Haus
    • Therapeuten im Haus
    • individuelle Freizeitangebote (malen, musizieren, tanzen, …)
    • div. Kostformen (vegan, vegetarisch, Diäten, …)
    • Räumlichkeiten für private Familienfeiern
    • etc. pp.

    Digitale Grundversorgung in Pflegeheimen

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat fünf Forderungen formuliert, um den BewohnerInnen von Wohn- und Betreuungseinrichtungenden Zugang zu digitalen Medien zu gewährleisten:

    1. Jedes Alten- und Pflegeheim soll seinen BewohnerInnen WLAN zur Verfügung stellen
    2. Die digitale Geräteausstattung mit Rechnern, Tablets und Smartphones soll sichergestellt werden
    3. Für den Einstieg ins Internet soll eine einheitliche Software zur Verfügung gestellt werden
    4. Die ersten Schritte ins Internet sollen von erfahrenen HelferInnen unterstützt werden
    5. Der Lehrplan für die Ausbildung von PlegerInnen soll um das Lehrfach Digitale Kompetenz ergänzt werden.

    Diese fünf Forderungen sind in der Zeit der Coronakrise entstanden. In einer Zeit, in der es den Menschen aufgrund der Ansteckungsgefahr untersagt war, ihre Mütter und Großväter im Pflegeheim zu besuchen. Aus jeder Krise kann man etwas lernen. Die Corona Krise hat die Pflegeheime gelehrt, dass eine digitale Grundversorgung unumgänglich ist, um den BewohnerInnen den Zugang zu digitalen Medien zu gewährleisten und Treffen mit Familienangehörigen – auch mit entfernt wohnenden – zu ermöglichen. 

    Stationäre Pflege: Die Kosten

    Pflege ist teuer. Das gilt besonders für die Pflege im Altenheim. Ein Heimplatz kostet je nach bewilligtem Pflegegrad zwischen 2.000,- und 4.000,- Euro monatlich. Der Eigenanteil ist dabei vom Pflegegrad abhängig und beträgt im bundesweiten Durchschnitt rund 1.900,- Euro im Monat. Der Kostenaufwand für die Finanzierung privater Pflegeeinrichtungen ist um ein Vielfaches höher, da Sie für die Unterbringung in einer nicht offiziell zugelassenen Einrichtung keine finanzielle Unterstützung von der Pflegekasse erhalten.

    Tipp: Einen guten Überblick über die Kosten eines zugelassenen Pflegeheims erhalten Sie über den Pflegelotsen auf der Website des Verbands der Ersatzkassen e.V. (VDEK).

     

    Finanzierung – Wer bezahlt was?

    Die Kosten aller pflegerischen Tätigkeiten der Grundpflege und der Behandlungspflege sowie alle notwendigen medizinischen Behandlungen werden von der Pflegekasse bezahlt. Die Unterbringung, die Verpflegung sowie alle Leistungen, die über die Grundpflege und die Behandlungspflege hinausgehen (Investitionskosten, zusätzliche Betreuung und Aktivierung in Form von Freizeit- oder Therapieangeboten), sind aus eigener Tasche zu bezahlen. 

    Diese Beträge stehen Ihnen zur Finanzierung der vollstationären Pflege zu:

    770 EUR

    Pflegegrad 2

    1.262 EUR

    Pflegegrad 3

    1.775 EUR

    Pflegegrad 4

    2005 EUR

    Pflegegrad 5

    Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

    Bei Pflegegrad 1 kann der Entlastungsbetrag von EUR 125,- zur Finanzierung der stationären Pflege herangezogen werden. 

     

    Leistbare Pflege für alle! Das Angehörigen-Entlastungsgesetz

    Bislang übernahm das Sozialamt die Kosten einer Unterbringung pflegebedürftiger Sozialfälle, holte sich diese aber von den volljährigen Angehörigen wieder zurück. Mit dem Inkrafttreten des Angehörigen-Entlastungsgesetzes am 01.01.2020 wird auf ihr Vermögen erst ab einem jährlichen Brutto-Einkommen von EUR 100.000,- zurückgegriffen. 

    Wer kommt für die Finanzierung auf, wenn es die pflegebedürftige Person nicht kann?

    Zur Finanzierung pflegebedürftiger Sozialfälle kann der Ehepartner, die volljährigen Kinder und die volljährigen Enkelkinder herangezogen werden. Ist keiner der Angehörigen in der Lage, die Finanzierung einer stationären Pflege zu gewährleisten, übernimmt das Sozialamt die Kosten.

    Zukunftsmusik: Deckelung des Eigenanteils in Planung

    Der für die stationäre Pflege zu finanzierende Eigenanteil liegt je nach festgestelltem Pflegegrad zwischen 1.600,- und 2.100,- Euro. Das ist für die meisten Senioren und deren Angehörige zu teuer. Um die Finanzierung eines Altenheims leistbar zu machen, gibt es in Deutschland Bestrebungen, den Eigenanteil auf maximal 700,- Euro zu begrenzen und den verbleibenden Anteil von den Pflegekassen zu finanzieren. Das klingt wie Musik in den Ohren vieler Betroffener. Wann diese überaus sinnvolle Maßnahme umgesetzt wird, ist derzeit noch nicht absehbar. 

    So finden Sie die richtige Unterbringung

    Im Zeitalter der Digitalisierung sind wir es gewohnt, die Offerte vieler unterschiedlicher Anbieter untereinander zu vergleichen. Der Vergleich lohnt sich auch bei der Wahl des passenden Pflegeheims. Eine erste Auswahl kann online getroffen werden. Hilfreiche Seiten mit einer umfangreichen Auswahl an öffentlichen Pflegeeinrichtungen bietet der AOK Pflege-Navigator, der vdek-Pflegelotse und das Heimverzeichnis der Gesellschaft zur Förderung der Lebensqualität im Alter und bei Behinderung (HVZ). Für die Suche nach privaten Pflegeeinrichtungen steht die Pflege- und Anbietersuche des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste zur Verfügung.

     

    Was ist eine zugelassene Pflegeeinrichtung?

    Die Pflegekassen dürfen die stationäre Pflege nur in Alten- und Pflegeheimen mit aufrechtem Versorgungsvertrag gewähren. Ein Versorgungsvertrag wird zwischen Pflegeeinrichtung und Pflegekasse abgeschlossen. Dazu muss das Alten- oder Pflegeheim eine gleichbleibend wirtschaftliche pflegerische Versorgung in der geforderten Qualität nachweisen, die neun Expertenstandards der Pflege anwenden und die Durchführung von Qualitätsprüfungen ermöglichen. 

    Nehmen Sie die Pflegeberatung in Anspruch!

    Laut Sozialgesetzbuch (SGB XI) haben alle pflegebedürftigen Menschen, die Pflegeleistungen beantragen wollen oder bereits beziehen, einen Rechtsanspruch auf eine kostenlose Pflegeberatungp. Diese ist auch bei der Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung behilflich, darf jedoch keine Empfehlungen aussprechen. Die Pflegeberatung kann auch zu Hause, im Internet oder telefonisch stattfinden. 

    Anerkannte Beratungsstellen für die Pflegeberatung sind:

    • Pflegestützpunkte
    • compass private Pflegeberatung
    • Bundesinteressenverband für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA)
    • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    • Unabhängige Patientenberatung Deutschland GmbH (UPD)
    • AWO Online Pflege- und Seniorenberatung
    • virtuelle Pflegeberatung der AOK

    Weitere Angebote für Pflegeberatung finden Sie über die Beratungsdatenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege (Stiftung ZQP).

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    Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad 2 bis 5, die nur Pflegegeld beziehen, sind zur Inanspruchnahme einer Pflegeberatung verpflichtet. Wer seiner Verpflichtung nicht nachkommt muss mit einer Kürzung der Pflegegeldbezüge rechnen. Keine Verpflichtung besteht hingegen für Pflegebedürftige, die Kombipflege oder nur Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen. Ebenso keine Verpflichtung besteht für pflegebedürftige Menschen mit zuerkanntem Pflegegrad 1. Sie können jedoch ihr Recht auf Pflegeberatung geltend machen. Anstatt des Pflegebedürftigen kann auch die/der pflegende Angehörige die Plegeberatung in Anspruch nehmen.

    Entscheidungshilfen zur Auswahl eines geeigneten Pflegeheims

    Zwei Institutionen zur bundesweiten Kontrolle von Pflegeeinrichtungen:

    MDK

    Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung

    MEDICPROOF

    Der Medizinische Dienst der Privaten

    So wird die Qualität von Alten- und Pflegeheimen überprüft 

    Zugelassene Pflegeeinrichtungen müssen sich einer regelmäßig wiederkehrenden Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) unterziehen. Wird wider Erwarten festgestellt, dass die Einrichtungen die vertraglichen Qualitätsanforderungen auch nach einer wiederholten Prüfung nicht erfüllen, wird der Einrichtung die Zulassung entzogen. 

    Während die Qualität der öffentlichen Pflegeeinrichtungen von der MDK überprüft wird, übernimmt die Kontrolle privater Einrichtungen das Unternehmen MEDICPROOF. Die MEDICPROOF GmbH ist ein Tochterunternehmen des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. mit Sitz in Köln.

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    Bevor Sie sich entscheiden, eine ausgewählte Einrichtung zu besuchen erkundigen Sie sich darüber, wie diese Einrichtung von unterschiedlichen Institutionen benotet bzw. bewertet wurde.

    Institutionen zur Bewertung bzw. Benotung von Pflegeheimen

    Der Pflege-TÜV: Die MDK Qualitätsprüfung

    Die Qualität der pflegerischen und ärztlich verordneten pflegerischen Leistungen zugelassener Pflegeeinrichtungen wird einer jährlichen Überprüfung unterzogen. Dazu nimmt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung MDK unterschiedliche Qualitätsbereiche unter die Lupe, zu denen unter anderem das Schmerzmanagement, die Gestaltung des Alltags oder die Unterstützung der Selbstständigkeit gehören. Befragungen der Bewohner werden ebenfalls als Teil der Qualitätsprüfung gewertet. Insgesamt hat der MDK zur Überprüfung der stationären Pflege 82 Kriterien festgelegt. Der Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PKV) besitzt dieselben Befugnisse wie der MDK; auch diese Institution kontrolliert die Einhaltung der laut Sozialgesetzbuch (SGB XI) erforderlichen Qualitätsanforderungen. Mit der Einführung der MDK Qualitätsprüfung wurden die Pflegenoten abgeschafft.

    Institutionen zur Bewertung bzw. Benotung von Pflegeheimen

    Der grüne Haken

    Das ISIS-Institut vergibt gemeinsam mit der Heimverzeichnis GmbH den grünen Haken, ein Qualitätszeichen, das die hohe Lebensqualität und Verbraucherfreundlichkeit im Alter auszeichnet. Anders als die MDK oder PKV Qualitätsprüfung handelt es sich beim grünen Haken um eine Begutachtung, der sich Pflegeheime und Senioreneinrichtungen freiwillig unterziehen. Mit der Auszeichnung „Grüner Haken“ verdeutlichen die teilnehmenden Pflegeeinrichtungen, dass die BewohnerInnen von Wohn- und Betreuungseinrichtungen zu jeder Zeit respektvoll behandelt und in ihrer Selbstbestimmung gefördert werden. Die Begutachtung findet im 1- bis 2-Jahres-Rhythmus statt. Auf der Seite der Heimverzeichnis GmbH können Einrichtungen mit „Grünem Haken“ gesucht werden.  

    Institutionen zur Bewertung bzw. Benotung von Pflegeheimen

    Auszeichnung menschenwürdige Pflege

    Die damals unter dem Namen „Pflege-Selbsthilfeverband“ agierende Pflegeethik-Initiative Deutschland e.V. zeichnete im Jahr 2009 deutsche Pflegeeinrichtungen mit herausragender Angebots-, Pflege- und Betreuungsqualität mit einem Gütesiegel aus. Die hohen Anforderungen konnten jedoch nicht viele Einrichtungen erfüllen. Noch dazu standen dem Vorhaben die Pflegereform und die damit eingeführte Qualitätsprüfung des MDK sowie die Qualitätsauszeichnung „Der grüne Haken“ der Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderungen e.V. (BIVA) entgegen. Daraufhin interessierten sich nur noch wenige Pflegeheime für die Auszeichnung menschenwürdige Pflege. Jene Pflegeeinrichtungen, die sich der Prüfung stellten, und mit Bestnoten bewertet wurden, können jedoch weiterhin auf der Seite heimauszeichnung.de eingesehen werden.

    Gesetze für BewohnerInnen von Pflegeheimen

    1

    Sozialgesetzbücher (SGB) V, IX, XI und XII

    Die Basis aller weiteren Regelungen. 

    2

    Pflegestärkungsgesetze (PSG) I, II und III

    Anpassung der Leistungssätze der Pflegekassen für Demenzkranke und Pflegebedürftige.

    3

    Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG)

    Gesetze zum Schutz der BewohnerInnen von Wohn- und Betreuungseinrichtungen

    4

    Heimgesetze der Länder

    Alle 16 Bundesländer arbeiten mit unterschiedlichen Länder-Heimgesetzen. Eine Auflistung aller Länder-Heimgesetze finden Sie auf der Website der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA-Pflegeschutzbund).

     

    5

    Versorgungs- und Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG)

    Ausbau digitaler Anwendungen wie etwa der Telemedizin oder der Telematikinfrastruktur.

    6

    Verordnung über bauliche Mindestanforderungen für Altenheime, Altenwohnheime und Pflegeheime (HeimMindBauV)

    Festlegung der baulichen Mindestanforderungen. Länder, welche die HeimMindBauV nicht anwenden, legen die baulichen Mindestanforderungen in eigenen Länder-Heimgesetzen fest.

    7

    Angehörigen-Entlastungsgesetz

    Auf das Einkommen von Angehörigen wird bei  pflegebedürftigen Sozialfällen erst ab einem jährlichen Brutto-Einkommen von 100.000 Euro zurückgegriffen.

    8

    Hospiz- und Palliativgesetz

    Leistungsbereiche und Finanzierung der Begleitung und Betreuung Sterbenskranker

    9

    Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG)

    Ermöglicht die Durchführung eines Verbraucherschlichtungsverfahrens, das von BewohnerInnen von Wohn- und Betreuungseinrichtungen bei Konflikten mit dem Träger der Pflegeeinrichtung geführt werden kann.

    FAQ Stationäre Pflege

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      Sebastian Starnberger

      Claudia Felbermayer

      Fachautorin für Alter und Pflege

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      Fragen zur Pflegeversicherung: 

      030 / 340 60 66 – 02

      Fragen zur Krankenversicherung: 

      030 / 340 60 66 – 01