Küche

Maße. Normen. Fördermittel.

Die barrierefreie Küche

In der barrierefreien Küche bereiten Sie sich Ihre Mahlzeiten auch mit Gehhilfe selbständig zu. Bei der Gestaltung der Einrichtung nehmen die Küchenplaner Rücksicht auf den erweiterten Raum, der zum Drehen und Wenden notwendig ist. Die Größe dieser Bewegungsflächen entscheidet darüber, ob es sich bei der Räumlichkeit um eine barrierefreie oder eine rollstuhlgerechte Küche handelt. Welche Barrieren wollen Sie in Ihrer Küche beseitigen?

Jetzt Beratung anfordern!

    Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und verstanden.

    Die Küche ist – und bleibt – Ihr Lebensmittelpunkt

    Sie haben Ihr Leben lang für Ihre Familie gekocht und wollen das so lange wie möglich beibehalten. Wenn Sie schon nicht mehr täglich für die gesamte Familie kochen, wollen Sie sich doch zumindest selbst versorgen können.

    Solange Sie fit auf den Beinen sind, ist das auch kein Problem. Die alte,  lieb gewonnene Küchenzeile reicht für diese Zwecke vollkommen aus. Erst der eingeschränkte Bewegungsradius, der sich durch die Nutzung eines Rollators oder eines Rollstuhls ergibt, zeigt die Notwendigkeit einer Adaption auf.

    Barrierefreiheit muss auch in Neubauten selbstverständlich werden!

    Bisher hat man als Betroffene/r nur die Option, sich selbst um den alters- oder rollstuhlgerechten Umbau seiner Küche zu kümmern. Barrierefreie Wohnungen sind nach wie vor rar, und das, obwohl viele Familien, alte Menschen und Menschen mit Behinderung händeringend nach solchen Appartements suchen. Dabei ist barrierefreies Bauen einer Studie zufolge bei kluger Konzeption und Planung nicht mit Mehrkosten verbunden.

    „Barrierefrei“ oder „barrierearm“?

    Wenn Sie auf der Suche nach einer barrierefreien Wohnung sind, dann seien Sie vorsichtig bei Wohnungen, die als „barrierearm“ bezeichnet werden. Der Begriff bietet keinerlei Verbindlichkeit, weder in der Umsetzung der technischen Regeln nach DIN 18040-2 noch in der Ausstattung. Anders ist das beim Begriff „barrierefrei“: Bei einer als „barrierefrei“ – aber auch „rollstuhlgerecht“ – titulierten Wohnung darf man davon ausgehen, dass sie das geltende Baurecht, und damit die DIN 18040-2, erfüllt.

    Die eigene Küche von Barrieren befreien: so wird’s gemacht

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um eine Küche zu einer barrierefreien Küche umbauen zu können:

    • barrierefrei: zwischen zwei gegenüberliegenden Küchenzeilen 120 cm Bewegungsfläche
    • rollstuhlgerecht: zwischen zwei gegenüberliegenden Küchenzeilen 150 cm Bewegungsfläche

    Die Größe der Bewegungsflächen gilt auch für das barrierefreie Badezimmer.

    Die Merkmale einer barrierefreien Küche:

    • schwellenloser Kücheneintritt
    • Geschirrspüler, Spüle, Backofen, Herd und Anschlüsse in bequemer Arbeitshöhe (rollstuhlgerecht: in Sitzhöhe)
    • unterfahrbare, evtl. höhenverstellbare Arbeitsflächen (manuell oder elektrisch zu bedienen) mit Handlauf
    • höhenverstellbare Kücheninsel
    • Übereck-Anordnung von Herd und Spüle wird lt. DIN 18040-2 empfohlen (für kurze Fahrwege)
    • barrierefreie (80 cm) oder rollstuhlgerechte Türenbreite (90 cm)
    • rutschhemmender, antistatischer, leicht zu reinigender Bodenbelag

    Die Elemente einer barrierefreien Küche:

    • Herd mit Induktionskochfläche
    • Backofen mit seitlich zu öffnender Türe
    • Flaches und abgeschrägtes Einbauspülbecken
    • Dunstabzugshaube mit Fernbedienung oder Herd mit dementsprechend eingebautem Bedienelement
    • hitzebeständige, ausziehbare Ablageflächen (unter dem Herd und dem Backofen montierbar)
    • Oberschränke mit Absenkmechanismus (Hub- und Liftsysteme)
    • Rollcontainer anstatt Unterschränke
    • Spüle mit Einhebel-Mischbatterie und Brauseschlauch und integriertem Temperaturbegrenzer

    Weitere Details in der barrierefreien Küche:

    • Lichtschalter unterhalb der Arbeitsplatte
    • abgerundete Kanten
    • mit ergonomischen Griffen
    • unterfahrbarer Ess- und Arbeitstisch
    • die smarte Küche – Antriebstechnik und Elektronik über das Handy steuern

    Förderungen nicht vergessen!

    Vergessen Sie nicht, Förderungen für den Umbau Ihrer Küche zu beantragen! 

    Kredit der KfW „Altersgerecht umbauen“

    Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gibt es einen Kredit zu sehr guten Konditionen. Das Förderprodukt Nr. 159 kann unter anderem auch zur Finanzierung der Umbauarbeiten zur Umsetzung einer barrierefreien Küche verwendet werden. 

    Investitionszuschuss der KfW „Barrierereduzierung“

    Wenn Sie keinen Kredit für den Umbau Ihrer Küche benötigen, können Sie sich auch für den Investitionszuschuss (455-B) von der Kreditanstalt für Wiederaufbau entscheiden. Eine Kombination mit öffentlichen Förderungen ist möglich. 

    Zuschuss von der Pflegekasse für „Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“

    Ein weiterer Zuschuss, der für den Abbau von Barrieren in der Küche genutzt werden kann, kommt von der Pflegekasse. Dieser beträgt bis zu 4.000 Euro pro Person, wird jedoch nur an Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad (bereits ab Pflegegrad 1) vergeben. 

    Fördermittel der Länder und Kommunen

    Erkundigen Sie sich über die aktuellen Fördermittel Ihres Bundeslandes oder Ihrer Kommune. Viele bieten Förderprogramme an, die auch zum Abbau von Barrieren in der Küche verwendet werden können.

    Weitere Förderungen und Finanzierungshilfen – ein Auszug:

    • Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg): „Barrierefreier Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum“
    • Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg): „Barrierefreier Umbau von Mietwohnungen“
    • Saarländisches Ministerium für Inneres, Bauen und Sport: „Wohnraumförderungsprogramm – Modernisierung von Mietwohnraum“
    • Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB): „Abbau von Barrieren bei vorhandenem Wohnraum (WohnraumanpassungsR)“
    • Wohnungsbauförderstelle Hessen: „Förderung von selbstgenutztem Wohneigentum – Behindertengerechter Umbau“

    Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten finden Sie hier und in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. 

    Der Abbau von Barrieren liegt Bund, Ländern und Kommunen am Herzen. Daher wird der Umbau durch zahlreiche Programme und mit hohen Summen bezuschusst.

    FAQ Barrierefreie Küche

    Beratung vor Ort anfordern!

      Ich habe die Hinweise zum Datenschutz gelesen und verstanden.

      Sebastian Starnberger

      Claudia Felbermayer

      Fachautorin für Alter und Pflege

      Der Inhalt auf dieser Seite wurde fachlich geprüft. Sollten Sie Fragen zu unseren Quellen haben oder noch nicht aktualisierte Daten (z. B. wegen aktueller Änderungen von Gesetzen / Vorschriften) entdecken, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail. Wir sind bemüht, den Inhalt auf unseren Seiten stets aktuell zu halten und auf Basis neuer Entwicklungen zu erweitern.

      Fragen zu den Leistungen der Pflegekasse?

      Das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums ist die offizielle Auskunftsstelle bei Fragen zu Angeboten / Leistungen der Pflegeversicherungen und Krankenkassen in Deutschland.

      Fragen zur Pflegeversicherung: 

      030 / 340 60 66 – 02

      Fragen zur Krankenversicherung: 

      030 / 340 60 66 – 01